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Geschichte


Deutschlands einzige schwimmende Kirche ihrer Art

1952 wurde ein Weserleichter mit Baujahr 1906 zur Flussschifferkirche umgebaut und liegt seitdem an verschiedenen Stellen des Hamburger Hafens vor Anker. Die Schiffskirche blickt auf eine lange Geschichte im Hamburger Hafen zurück und setzt eine lange Tradition von Kirche auf dem Wasser fort…

Dem mobilen Einsatz dient zudem die Barkasse "Johann Hinrich Wichern" - der Theologe gründete 1870 die Binnenschifferseelsorge

Postkarte 1953

Kirchlich- diakonische Flussschifferbegleitung in Hamburg von 1870 bis heute.

1870 gründete der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern die Binnenschifferseelsorge, um so Menschen zu erreichen und ihnen zu helfen, die so gut wie keinen Kontakt zur Kirche und Landgesellschaft hatten.
1873 entsendet er den ersten Hafen-Missionar mit einem kleinen Boot zu den Binnenschiffern.
Ab 1904 übernimmt die Kirchengemeinde auf der Veddel die seelsorgerische Begleitung der Binnenschiffer (Pastor Paul Ebert von 1904 – 1927; Pastor Hans Johler von 1927 – 1939) bis zur Selbstständigkeit der Gemeinde im Jahr 1952.
1939 -1945 wird die Arbeit aufgrund des Krieges in der Hochsicherheitszone Hamburger Hafen eingestellt.
1948 beginnt der Schiffsmissionar R. Giering seine 24jährige Tätigkeit als Binnenschiffsmissionar in einer Baracke am Billehafen.
1950 wird die Baracke wegen extremer Baufälligkeit aufgegeben.
1951 erwirbt die Flussschiffergemeinde einen 1906 gebauten Weserküstenleichter/Frachtkahn von der Verwaltungsstelle der Amerikaner für deutsches Heeresgut.
1952 wird der Leichter auf der Hamburger Norderwerft mit Spendenmitteln aus den USA, Dänemark und Schweden nach den Plänen des Hamburger Architekten Curt Erler zu einer schwimmenden Kirche umgebaut. Am 07. Dezember 1952 wird das Schiff zur Kirche geweiht und nimmt seinen ersten Liegeplatz im Marktkanal in der Nähe der Großen Elbbrücken ein.
1961 erhält die Flussschifferkirche eine Pfeifenorgel, die noch heute in unseren Gottesdiensten gespielt wird.
Im Mai 1961 wird für die Binnenschifferseelsorge im Hamburger Hafengebiet die Barkasse Johann Hinrich Wichern in den Dienst gestellt.

Johann Hinrich Wichern

1973 nimmt das Kirchenschiff seinen zweiten Liegeplatz im Müggenburger Zollhafen auf der Veddel ein und wird 1995 nach 22 Jahren an seinen dritten Liegeplatz in die Billwerder Bucht in Rothenburgsort an eigenen Anleger gelegt.
1998 gründet sich der Verein zur Förderung und Erhaltung der ev.-luth. Flussschifferkirche zu Hamburg mit dem Ziel, Gelder zum Erhalt und Betrieb dieser einmaligen schwimmenden Kirche zu sammeln und dem Kirchenschiff für notwendige Reparaturen, Anschaffungen etc. zukommen zu lassen.
2006 wird das Kirchenschiff an seinen jetzigen Liegeplatz am Kajen/Hohe Brücke verlegt, mitten in die Hamburger City, am Übergang zur Speicherstadt. Ein sehr gut erreichbarer Platz für die Gemeinde, Tourist:innen und eine breite Öffentlichkeit.
2007 Am 1. Juli übergibt der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Alt-Hamburg aufgrund hoher Defizite die Flussschifferkirche an den Verein zur Förderung und Erhaltung der ev.-luth. Flussschifferkirche zu Hamburg e.V. mit dem Auftrag, die Flussschifferkirche als kirchlichen Ort für die Flussschiffergemeinde, die Hamburger Bürger und den Hamburger Hafen zu erhalten. Durch diesen mutigen Schritt kann das Kirchenschiff vor der Entweihung und Verschrottung gerettet werden.

2009 Von einem Schuber gezogen, geht die Flusi im Mai auf dreiwöchige Reise zum Kirchentag in Bremen. Aus eigener Kraft fahren kann sie nicht, denn einen eigenen Antrieb hat sie noch nie besessen.
Ab Herbst 2009 gelingt dem Verein erneut eine große Kraftanstrengung: Die Hamburger Bürgerschaft spendet dem Förderverein für den dringend erforderlichen Neubau der Büro- und Sanitärräume und eines Gruppenraumes eine große Summe als Startkapital.
2013 kann nach einer großen Spendenaktion das Dach des Kirchenschiffs saniert werden und 2014 erhält der Kircheninnenraum einen neuen Fußbodenbelag.
2017 Im Mai wird die Flussschifferkirche zum Kirchentag in Magdeburg gezogen.
2020 bringt die Pandemie die Arbeit weitgehend ins Stocken, ein Großteil der Einkünfte fallen aus. Doch erhält die Flussschifferkirche auch in dieser Zeit die Begleitung von Binnenschiffsbesatzungen weiter aufrecht.
Im August 2020 wird eine Projektstelle für einen Diakon geschaffen werden. Nach langen Verhandlungen mit dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost und dem Referat Tourismus und Kirche der Nordkirche steht eine gemeinsame Finanzierung dieser Stelle bis August 2026.

Die Geschichte der Flussschifferkirche ist seit 1948 eng mit der Geschichte der Binnenschifffahrt im Hamburger Hafen verbunden.
Zudem ist besonders die Geschichte seit 2007 eine Mutmach-Geschichte in schwierigen Zeiten. Sie zeigt, die bewegende Kraft von ehrenamtlichem Engagement.

Text: Pastorin M.S. Förster, Diakon Mark Möller

 

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